{"id":218,"date":"2009-07-09T22:11:57","date_gmt":"2009-07-09T20:11:57","guid":{"rendered":"http:\/\/sonicduck.de\/wappenkunde\/?page_id=218"},"modified":"2020-12-02T11:28:02","modified_gmt":"2020-12-02T09:28:02","slug":"einfuhrung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sonicduck.de\/wappenkunde\/","title":{"rendered":"Einf\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p>Der Name Lojewski wird in seinem Ursprungsland mit einem \u0141 am Anfang geschrieben und geh\u00f6rt zu der in Polen am weitesten verbreiteten Namensgruppe, die sich nach dem Herkunftsort oder Familienbesitz benannten, mit der adjektivierenden Schlu\u00dfsilbe auf &#8222;-ski&#8220; oder &#8222;-cki&#8220; (\u0141ojewski und \u0141ojecki).<\/p>\n<p>Diese Namensgruppe entsteht erst relativ sp\u00e4t, denn noch im Laufe des 13. Jahrhunderts trifft man auf Personen der Zeitgeschichte, wie z.B. den Bischof Wojciech (Adalbert) Jastrz\u0119biec, die ohne den eigentlichen Familiennamen erscheinen.<\/p>\n<p>In der Regel leiten sich die auf &#8222;-ski&#8220; oder &#8222;-cki&#8220; lautenden Familiennamen vom Namen des Ortes ab, an dem die Familie ihre Besitzungen hatte. Dem Wappenstamm wird der Name der Besitzung durch das lateinische &#8222;de&#8220; oder das polnische &#8222;z&#8220; (aus, von) verbunden. So bezeichnete sich z.B. Jaroslaw des Wappens &#8222;Pomian&#8220; de \u0141ojewo oder z \u0141ojewa (Genitiv), verdeutscht von Lojewo. Seine Umwelt charakterisiert ihn daneben auch durch den in ein Eigenschaftswort verwandelten Ortsnamen, der der deutschen Ableitung &#8222;-sche&#8220; (der \u0141ojewsche) entspricht, als den \u0141ojewschen Herrn &#8211; pan lojewski und schlie\u00dflich ganz einfach als \u0141ojewski &#8211; ein Name, der sich auf die Nachkommenschaft forterbt, sofern der namensbegr\u00fcndende Vorfahre se\u00dfhaft bleibt und nicht nach weiteren neu \u00fcbernommenen Orten neue Namen annimmt.<\/p>\n<p>Der Name \u0141ojewski sagt selbst aber noch nichts \u00fcber die Standeszugeh\u00f6rigkeit seiner Tr\u00e4ger aus, ob man es mit einer b\u00fcrgerlichen, b\u00e4uerlichen oder adligen Familie zu tun hat. Die Erkl\u00e4rung liegt darin, da\u00df die Dienstleute von ihrer Umgebung offensichtlich mit der gleichen adjektivierten Herkunftsbezeichnung charakterisiert wurden wie ihre Herrschaft.<\/p>\n<p>Weder irgendein bestimmter Familienname noch die aus dem Wikingischen kommende Namensschlu\u00dfsilbe &#8222;-ski&#8220; oder &#8222;-cki&#8220; (Chamier-Glisczinski) deuten auf die Zugeh\u00f6rigkeit zum polnischen Adel (Szlachta) hin, sondern einzig die Zugeh\u00f6rigkeit zu einem Wappen, die sich wiederum in einem Wappennamen ausdr\u00fcckt. Die Beif\u00fcgung dieses Wappen- bzw. Geschlechternamens zum Familiennamen mu\u00df als der einzige Hinweis auf eine adlige Abstammung angesehen werden.<\/p>\n<p>Deshalb ist die von dem Oberschullehrer Bendzko aus Lyck 1927 behauptete Aussage, da\u00df der Name Lojewski selbst adlig sei und &#8222;von Talgdorf&#8220; bedeutet, falsch (Unser Masuren-Land, Bd. 1., S. 63). Diese Auffassung hat dazu gef\u00fchrt, da\u00df sich einige Tr\u00e4ger des Namens Lojewski dahin bem\u00fcht haben, ihrem Namen ein &#8222;von&#8220; hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Sicher klingt \u0141oj\u00f3w = Talg \u00e4hnlich, jedoch wurden die Stammorte der \u0141ojewski s\u00fcdlich von Lyck von einem Cristin \u0141oy aus G\u0142azewo (z G\u0142azewa) gegr\u00fcndet und nach ihm benannt (siehe \u0141ojewski, Wappen Jezierza).<\/p>\n<p>Im 18. Jahrhundert waren Pr\u00e4dikate \u00fcblich wie: &#8222;celsissimus&#8220;, &#8222;magnificus&#8220;, &#8222;generosus&#8220; und &#8222;nobilis&#8220;.<\/p>\n<p>Das &#8222;von&#8220; vor dem polnischen Familiennamen ist nicht polnischen, sondern deutsch\/preu\u00dfischen Ursprungs, das durch Anerkennung und Best\u00e4tigung des polnischen Adels, aber auch neu in deutsch\/preu\u00dfischen Diensten erworben wurde.<\/p>\n<p>Erwiesenerma\u00dfen leitet sich der Name \u0141ojewski von Orten ab, die \u0141oje (Genitiv: z \u0141ojow), \u0141ojewo (Genitiv: z \u0141ojewa) und \u0141ojowce (Genitiv: z \u0141ojowiec) hei\u00dfen.<\/p>\n<p>Schon in Polen gab es neben \u0141ojewski die Variante \u0141ojowski, in einem Fall auch die Variante \u0141ojecki. Au\u00dferhalb Polens ersetzte das L das \u0141 und es kam zu einer Vielfalt der Schreibweisen:<\/p>\n<p>&#8222;Man hat oft den Eindruck, die Schreibweise des Namens sei oft der Willk\u00fcr des Schreibers ausgesetzt gewesen&#8220;. In den von Ernst G\u00fcnter Nikulski herausgegebenen Kirchenb\u00fcchern von Pissanitzen, Kreis Lyck in Ostpreu\u00dfen 1832-1874, wird der Name\u00a0 383mal erw\u00e4hnt: Loiewski (177), Loyewski (107), Lojewski (44). Die restlichen 55 beziehen sich auf die Varianten \u0141ojewski, Loyewsky und Lojewska. Lojewski ist mit den verschiedenen Schreibweisen der zweith\u00e4ufigste Name. Ausgew\u00e4hlt wurden 101 Familiennamen, die mindestens 50mal erw\u00e4hnt wurden. Es ist zu bemerken, dass die Lojewski im Kirchspiel Pissanitzen ausschlie\u00dflich Bauern (Wirthe) und Losleute waren. Losleute sind Kleinp\u00e4chter gewesen, denen neu urbar gemachtes Ackerland per Los zugeteilt wurde. Da die Gr\u00f6\u00dfe des Ackerlandes f\u00fcr den Unterhalt einer Familie nicht ausreichte, verdingte sich der Losmann als Landarbeiter, Knecht, Holzf\u00e4ller und Tagel\u00f6hner (Wikipedia).<\/p>\n<p>Grund f\u00fcr das h\u00e4ufige Vorkommen des Namens Lojewski im Raum Lyck in Ostpreu\u00dfen war die massenhafte Einwanderung von Bewohnern Masowiens nach Ostpreu\u00dfen, vorwiegend im 15. und 16. Jahrhundert &#8211; darunter auch Personen des Namens \u0141ojewski. Die meisten waren Landarbeiter und Bauern, wenige geh\u00f6rten dem Adel an.<\/p>\n<p>Auch heute in Deutschland ist die Anzahl der Personen, die den Namen &#8222;Lojewski&#8220; f\u00fchren, bedeutend h\u00f6her als derer des Namens &#8222;von Lojewski&#8220;. Mitte der 1990er Jahre betrug das Verh\u00e4ltnis 381 zu 47, die einen Telefonanschlu\u00df hatten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Name Lojewski wird in seinem Ursprungsland mit einem \u0141 am Anfang geschrieben und geh\u00f6rt zu der in Polen am weitesten verbreiteten Namensgruppe, die sich nach dem Herkunftsort oder Familienbesitz benannten, mit der adjektivierenden Schlu\u00dfsilbe auf &#8222;-ski&#8220; oder &#8222;-cki&#8220; (\u0141ojewski und \u0141ojecki). Diese Namensgruppe entsteht erst relativ sp\u00e4t, denn noch im Laufe des 13. 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