{"id":345,"date":"2009-09-06T10:56:54","date_gmt":"2009-09-06T08:56:54","guid":{"rendered":"http:\/\/sonicduck.de\/wappenkunde\/?p=345"},"modified":"2020-06-30T12:28:57","modified_gmt":"2020-06-30T10:28:57","slug":"biographien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sonicduck.de\/wappenkunde\/?p=345","title":{"rendered":"Biographien"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Selbstbiographie des Husarenobersten von &#8230;&#8230;ky oder: meine militairische Laufbahn im Dienste Friedrich des Einzigen&#8220;. Aus dessen hinterlassenen Papieren herausgegeben. Leipzig 1843, 2 B\u00e4nde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sonicduck.de\/wappenkunde\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Husar.jpg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-793\" title=\"Husar.jpg\" src=\"https:\/\/www.sonicduck.de\/wappenkunde\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Husar.jpg-176x300.jpg\" alt=\"\" width=\"176\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.sonicduck.de\/wappenkunde\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Husar.jpg-176x300.jpg 176w, https:\/\/www.sonicduck.de\/wappenkunde\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Husar.jpg-603x1024.jpg 603w, https:\/\/www.sonicduck.de\/wappenkunde\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/Husar.jpg.jpg 683w\" sizes=\"(max-width: 176px) 100vw, 176px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Diese Quelle, nennen der Milit\u00e4rhistoriker Curt Jany in &#8222;Geschichte der Preu\u00dfischen Armee&#8220;, 2. Band, Die Armee Friedrich des Gro\u00dfen, Osnabr\u00fcck 1967, S. 111, 452 und 528 sowie Christopher Duffy in &#8222;Friedrich der Gro\u00dfe&#8220;, Augsburg 1994, S. 210, 264, 265 und 492. Duffy nennt als Autoren &#8222;J. G. Lojewsky&#8220;, w\u00e4hrend Jany nur &#8222;v. Lojewsky&#8220; angibt.<\/p>\n<p>Gneomar Ernst von Natzmer erw\u00e4hnt in seinem 1870 in Hannover erschienen Buch &#8222;George Christoph von Natzmer, Chef der wei\u00dfen Husaren&#8220;, einen Offizier von Lojewski, dem sp\u00e4teren &#8222;Veteran&#8220; des Regiments, &#8222;dessen Tagebuch wir manche Mitteilung verdanken&#8220; (S. 92).<\/p>\n<p>Interessant ist, dass die zahlreichen Textteile, die zitiert wurden, sich in der &#8220; Selbstbiographie des von &#8230;&#8230;ky&#8220; wiederfinden lassen! Allerdings ist bei von Natzmer von einem &#8222;Veteran&#8220; oder einem &#8222;alten Husaren&#8220; die Rede und erst gegen Ende des Buches wird verraten, dass sich dahinter der Offizier von Lojewski verbirgt (S. 37, 59, 63, 64, 74, 92). Es ist schwierig zu entscheiden, ob Gneomar Ernst von Natzmer das originale Tagebuch vorlag oder ob er bereits die 27 Jahre zuvor erschienene &#8222;Selbstbiographie des von &#8230;&#8230;ky&#8220; benutzte.<\/p>\n<p>Schon der Titel der &#8222;Selbstbiographie&#8220; weist auf den anonym bleibenden Autor hin. Das setzt sich im Inhalt insofern fort, dass Daten, die R\u00fcckschl\u00fcsse auf die eigene Person und Herkunft zulassen, vermieden werden. Das St\u00e4dtchen, aus dem er stammt, wird nur mit W&#8230; angegeben. Das beschriebene Thologiestudium in Jena, welches er im Fr\u00fchjahr 1737 beginnt und wo er seinen sp\u00e4teren Freund, den Jurastudenten August Karl von Natzmer kennenlernt, l\u00e4\u00dft auch keine weiteren R\u00fcckschl\u00fcsse zu. Weder von Lojewski noch von Natzmer k\u00f6nnen in den Matrikeln der Universit\u00e4t Jena best\u00e4tigt werden.<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnt werden jedoch Joh[ann] Frider[icus] de Loheffsky [wohl richtig Lojeffsky] am 15.12.1716 in den Matrikeln der \u00a0Universit\u00e4t zu Wittenberg, ohne Angabe seiner Herkunft und seines Studienfaches (Juntke, S. 281), der Jurastudent Carl Fried[rich] de Natzmer am 24.7.1737 in den Matrikeln der Martin-Luther-Universit\u00e4t in Halle-Wittenberg (Preu\u00df, S. 161).<\/p>\n<p>Eigenartig fand ich, dass nur die Bef\u00f6rderung des von &#8230;&#8230;ky zum Premierlieutenant mit den tats\u00e4chlichen Daten eines von Lojewski \u00fcbereinstimmen!<\/p>\n<p>Um einen \u00dcberblick zu bekommen werden alle biographischen Daten der &#8222;Selbstbiographie&#8220; aufgef\u00fchrt:<\/p>\n<p>NN. von &#8230;&#8230;ky,\u00a0Feldwebel der Grenadier-Garde Wilhelm I. in Potsdam, machte 1715 den Feldzug in Pommern und auf R\u00fcgen, wie auch die Belagerung von Stralsund mit, wurde dienstunf\u00e4hig durch einen Armbruch infolge einer Feuersbrunst in der Garnison und war sp\u00e4ter Obereinnehmer in dem St\u00e4dtchen W&#8230;; dort gestorben 1734, die Ehefrau starb 1726 ebd.; weitere Kinder: eine Tochter, 2 Jahre \u00e4lter als Fritz von &#8230;&#8230;ky.<\/p>\n<p>Fritz von &#8230;&#8230;ky, geboren (1717 bzw. 1720) in dem St\u00e4dtchen W&#8230;, nicht sehr entfernt von der Provinzhauptstadt, welche in einem der Staaten Wilhelm I. lag, ev. (Er hatte am Reminiscere, d.h. dem 2. Fastensonntag 1741 &#8211; das war der 26.2.1741 &#8211; seinen 24. Geburtstag bzw. er war nach der Schlacht bei Kunersdorf 1759 39 Jahre alt. Die Sterbejahre der Eltern beziehen sich auf das Geburtsjahr 1720). Theologiestudium von 1737 bis Ostern 1741 in Jena. 1741 Einstellung als Volontair bei den Natzmer-Ulanen; tr\u00e4gt Ende Sommer 1741 die Uniform eines Unteroffiziers; nahm an allen drei Schlesischen Kriegen teil; Seconde-Lieutenant nach dem Scharm\u00fctzel bei Olbendorf in Schlesien (7.6.1742); Adjutant des Friedrich Wilhelm von Seydlitz, nachdem dieser zum Major bef\u00f6rdert (28.7.1745) und gleichzeitig Kommandeur des II. Bataillons wurde; lt. Rangliste nach dem Frieden zu Dresden (25.12.1745) Premier-Lieutenant geworden; Kommandeur der Leibesescadron von Anfang 1748 bis November 1756; Mitte Juni 1748 Bef\u00f6rderung zum Stabs-Rittmeister durch Friedrich II.; November 1756 Escadronchef; nach der Schlacht bei Leuthen (5.12.1757), also Ende 1757 bzw. Anfang 1758, Bef\u00f6rderung zum Major im Winterquartier Langenwaltersdorf &#8211; das Patent wurde durch von Seydlitz \u00fcberreicht; verwundet in der Schlacht bei Hochkirch (14.10.1758) durch S\u00e4belhieb \u00fcber das Gesicht und Pistolenkugel in die Brust; seit Anfang 1759 Kommandeur des 2. Bataillons; nach der Schlacht bei Kunersdorf (12.8.1759) Reitunfall &#8211; invalide infolge zerbrochener H\u00fcfte; ehrenvoller Abschied als Oberst mit 800 Taler Pension und dem Orden &#8222;pour le m\u00e9rite&#8220;, \u00fcberreicht durch Oberst von Dingelstedt; lebte ab Mai 1762 auf einem Gut seines Freundes v. F&#8230;, innerhalb einer Tagesreise von Stepenitz in Pommern entfernt und an einem See gelegen. Sein Lebensgem\u00e4lde verfasste er 1784, aus dem hervorgeht, dass er unverheiratet war. Eine unerf\u00fcllte Liebe zu einer polnischen Adligen, namens Lodoiska, der fr\u00fcheren Braut des polnischen F\u00fcrsten Casimir Sulkowsky, die in der ersten H\u00e4lfte 1759 anscheinend im Kloster Lubin (26 nord\u00f6stlich von Lissa) starb, durchzieht die Selbstbiographie. Fritz von &#8230;&#8230;ky starb 1796.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sonicduck.de\/wappenkunde\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/image.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-654\" title=\"image\" src=\"https:\/\/www.sonicduck.de\/wappenkunde\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/image-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.sonicduck.de\/wappenkunde\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/image-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.sonicduck.de\/wappenkunde\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/image-682x1024.jpg 682w, https:\/\/www.sonicduck.de\/wappenkunde\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/image.jpg 1684w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Obiges Bild aus Friedrich Krippenstapel: Die Preu\u00dfischen Husaren. Berlin 1883, Reprint Wolfenb\u00fcttel 2009, Seite 69.\u00a0Es zeigt anschaulich die Uniform des Husaren-Regiments Nr. 4. \u00a0Es ist nicht Friedrich Wilhelm v. Seydlitz abgebildet, der 1743 bis 1752 im Regiment stand, denn die &#8222;Schnur-Uniform&#8220; f\u00fcr Offiziere kam erst im Siebenj\u00e4hrigen Krieg auf. Es handelt sich hier um Bogislav Leonhard v. Seydlitz (1734-1776), der bis zum letzten Datum im gleichen Regiment stand. vgl. H. Bleckwenn: Die Uniformen der preussischen Kavallerie, Husaren und Lanzenreiter 1753-1786. Osnabr\u00fcck 1979, Husarenregiment 4 (H 4), Tafel B.<\/p>\n<p>Der Offizier von Lojewsky, auf den sich diese Biographie beziehen soll, hatte nach den zur Verf\u00fcgung stehenden Unterlagen eine abweichende Laufbahn:<\/p>\n<p>Jakob Anton von Lojewsky, Pr\u00e4dikat &#8222;Generosus Nobilis&#8220;, geboren (1718) nach seiner Sterbeanzeige; war 39 Dienstjahre im Husarenregiment (Nr. 4): d.h. Diensteintritt 1741; lt. Kabinettsorder vom 6. Oktober 1744 wurde die Ernennung des Fahnenjunkers Lojewsky zum Kornet ausgesprochen; 1750 erw\u00e4hnt als Taufpate im Rang eines (Seconde-) Lieutenants; 1753 Premier-Lieutenant; bei Kunersdorf (12.8.1759) als Stabs-Rittmeister verwundet; am 26.5.1762 erw\u00e4hnt als Rittmeister mit seiner 200 Pferde starken Besatzungstruppe in Grimma\/Sachsen (Kessel, S. 738, 986); am 28.3.1763 bef\u00f6rdert zum kgl. pr. Major der Armee (Das Regiment geh\u00f6rte zur Armeegruppe des K\u00f6nigs); seit 15.9.1770 Kommandeur des Husaren-Regiments Nr. 4. Verleihung des Ordens &#8222;pour le m\u00e9rite&#8220; am 8.9.1775 (Verleihung Nr. 717 dieses Ordens durch Friedrich dem Gro\u00dfen). Abgabe des Kommandos im November 1779; der Abschied wurde ihm im September 1780 bewilligt.<\/p>\n<p>Jakob Anton von Lojewsky war mit Maria Magdalena, geb. Raschke, verheiratet. Er wurde als Major mit ihr zusammen als Taufpaten am 8.1.1772 in Militsch erw\u00e4hnt, bzw. sie wurde als Taufpatin und Gro\u00dfmutter anl\u00e4\u00dflich der Taufe ihres Enkelkindes am 13.6.1794 in Oels erw\u00e4hnt. Es ist fraglich, ob Jakob Anton v. L. vor der Geburt seines Sohnes Carl Jakob Anton Adalbert (1750) als Leutnant eine Heiratserlaubnis erhielt, da Friedrich II. &#8222;keinem Officier, subaltern und Rittmeister, bey die Husaren erlaube zu heiraten, weyl sie immer die Weiber im Felde mitschleppen&#8220;.<\/p>\n<p>Jakob Anton von Lojewski starb am 22.3.1793 in Gr. Wartenberg im 75. Lebensjahr.<\/p>\n<p>Der Herausgeber hat anscheinend Daten von anderen Offizieren des Husarenregiments in die Person von &#8230;&#8230;ky hineinkonstruiert:<\/p>\n<p>Karl von Podgurski, \u00a0war 1741 Sekondelieutenant im Natzmerschen Husarenregiment (Nr. 4); er wurde wie von &#8230;&#8230;ky 1748 Rittmeister und 1757 Major. 1770 als Oberst Chef des gleichen Regiments und 1775 Generalmajor; erhielt den Orden &#8222;pour le m\u00e9rite&#8220; am 8.9.1775 zusammen mit Jakob Anton von Lojewsky.<\/p>\n<p>Daniel Friedrich von Lossow kam 1742 in das Natzmersche Husarenregiment (Nr. 4) und ging 1758 als Rittmeister zum Husarenregiment Nr. 3; er war Sch\u00fcler und Freund von Friedrich Wilhelm von Seydlitz und bei dessen Schwadron in Trebnitz (wie von &#8230;&#8230;ky). von Lossow erhielt am 2.11.1759 den Orden &#8222;pour le m\u00e9rite&#8220; (das gleiche Jahr wie von &#8230;&#8230;ky) und hatte 1773 einen Zusammensto\u00df mit dem F\u00fcrsten Sulkowsky, der ihm eine Forderung schickte (von &#8230;&#8230;ky hatte ein Duell mit Casimir Sulkowski w\u00e4hrend der Remonte [Pferdebeschaffung] in Skalat\/Ukraine). Daniel Friedrich von Lossow wurde am 21.5.1781 Generallieutenant.<\/p>\n<p>Alexander Gottlob Bogislav von Seydlitz-Kurzbach, der bis 1747 im Husarenregiment Nr. 4 gewesen ist, wurde &#8222;1759 wegen lang anhaltender Krankheit, in Folge eines Sturzes vom Pferde, auf sein wiederholtes Gesuch den Abschied mit Pension [von 500 Talern als Generalmajor!] bekam&#8220; und 1782 in Greifenberg in Pommern [!] gestorben ist &#8222;im 82 Jahre seines Alters, nachdem er von 1741 bis 1759 [!] in den Schlesischen Kriegen mit Vorzug gedienet hatte&#8220;. Er war unverheiratet\u00a0[!].<\/p>\n<p>Die &#8222;Selbstbiographie des Husaren-Obersten von &#8230;&#8230;ky oder: meine militairischen Laufbahn im Dienste Friedrich des Einzigen&#8220; wird 1934 in \u00fcberarbeiteter Form neu aufgelegt, allerdings mit g\u00e4ndertem Titel:<\/p>\n<p>&#8222;Und setzet Ihr nicht das Leben ein. Meine Erlebnisse als Reiteroffizier unter dem Gro\u00dfen K\u00f6nig in den Jahren 1741-1759&#8220; von Jakob Anton Friedrich Logan-Logejus. Bearbeitet und herausgegeben von einem deutschen Offizier, ver\u00f6ffentlich 1934, gek\u00fcrzte Ausgabe, Verlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau<\/p>\n<p>Die zweite durchgesehene Auflage erschien unter dem Titel:<\/p>\n<p>Jakob Anton Friedrich Logan-Logejus: &#8222;Meine Erlebnisse als Reiteroffizier unter dem gro\u00dfen K\u00f6nig in den Jahren 1741-1759&#8220;. Bearbeitet und herausgegeben von einem deutschen Offizier, ver\u00f6ffentlicht 1934, gek\u00fcrzte Ausgabe, Verlag Wilhelm Gottl. Korn, Breslau.<\/p>\n<p>Im \u00a0korrigierten Vorwort des Buches der 2. Auflage wird folgendes mitgeteilt: &#8222;Der Kriegs- und Dom\u00e4nenrat Johann Friedrich Wilhelm Sch\u00fctz erwarb 1803 das Beeskower Rittergut Kummerow von der Witwe des preu\u00dfischen Generals August von Droessel, der mit der Familie Sch\u00fctz befreundet und mit vielen in Pommern angesessenen Familien verwandt gewesen war. Da Sch\u00fctz auch die gesamte Habe des Generals erwarb und von ihr unter anderem das Schreibm\u00f6bel gemeinsam mit den Bl\u00e4ttern der 1783\/84 entstandenen, die Erlebnisse schildernden Handschrift vererbte, so darf &#8211; achtet man die Familien\u00fcberlieferung &#8211; gefolgert werden, da\u00df durch den Gutskauf auch die dieser Ver\u00f6ffentlichung zu Grunde liegende Handschrift in Sch\u00fctzschen Besitz kam.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Da es an der Zeit ist, die Blicke des deutschen Volkes auch auf M\u00e4nner hinzulenken, die &#8211; in der \u00d6ffentlichkeit unbekannt &#8211; ebenfalls zu ihrem Teil mithalfen, Preu\u00dfen-Deutschland entstehen zu lassen, so hielt es der Herausgeber f\u00fcr seine Pflicht, diese wertvolle geistige Hinterlassenschaft eines vorbildlichen Vertreters des Preu\u00dfentums und eines musterg\u00fcltigen Sohnes seines Volkes nicht in der Abgeschlossenheit eines alten Sekret\u00e4rs ruhen zu lassen&#8220;.<\/p>\n<p>Im Klappentext der kartonierten, 2. Auflage, wird begr\u00fcndet, weshalb gerade jetzt diese alten Tagebuchbl\u00e4tter eines friederizianischen Reiteroffiziers, die fast 150 Jahre in einem Sekret\u00e4r ruhten, herausgegeben werden: &#8222;Weil aus ihnen eine Pers\u00f6nlichkeit von solch unbedingter Sicherheit, solch m\u00e4nnlich-soldatischer Haltung und dem\u00fctig-stolzen Glauben spricht, weil dieser Offizier das ewige Preu\u00dfentum so rein verk\u00f6rpert, da\u00df er gerade uns heute wieder zum Vorbild wird&#8220;.<\/p>\n<p>Vergleicht man die beiden B\u00fccher von 1843 und 1934, so ist festzustellen, dass diese sich nur wenig unterscheiden. In der neueren Variante erscheinen die Kapitel z. T. in einer anderen Reihenfolge; es gibt \u00a0jetzt einen Gro\u00dfvater, der Ratsschreiber in Preu\u00dfen war; die Mutter stammt jetzt aus dem J\u00fclischen; die Schwester hat jetzt einen Namen: Caroline; der Autor \u00a0wird von seiner Gro\u00dfmutter nicht mehr &#8222;Fritz&#8220;, sondern nur noch &#8222;Junge&#8220; genannt; \u00a0der Vater des Autors bricht sich den Arm statt durch eine Feuersbrunst nun durch Glatteis; dem Geburtsst\u00e4dtchen des Autors ist nicht einmal das W&#8230; geblieben; die Geliebte Lodoiska hei\u00dft nun Lodoviska; die religi\u00f6se Einstellung des Offiziers wird st\u00e4rker betont. Nach fast 90 Jahren ist nat\u00fcrlich auch die sprachliche Form etwas ver\u00e4ndert und das Buch ist besser in Abschnitte gegliedert.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu der 1843 \u00a0anonym gehaltenen Ausgabe ist die 1934er Version so angelegt, dass man den Eindruck gewinnt, bei Logan-Logejus handle es sich um eine historische Person.<\/p>\n<p>Zwar wird auch in der fr\u00fcheren Version der Vater des Autoren beschrieben, doch in der neueren bekommt dieser durch das Vorwort zur zweiten Auflage eine konkrete Gestalt:<\/p>\n<p>&#8222;Wie Julius Haeckel in seinem Quellenwerk &#8222;Die Potsdamer Riesengarde (1713-1740)&#8220;, im Verlag der Gropius\u00b4schen Hofbuchhandlung in Potsdam erschienen, anf\u00fchrt, hat im Regiment zu Fu\u00df Cronprintz, und zwar in der Compagnie des Obristlieutenants von Rinsch laut der Kabinetts-Registratur K\u00f6nig Friedrich Wilhelm I. enthalten gewesenen Rangier-Rolle vom 31. Juli 1708 (Geh. Staatsarchiv Rep. 96) ein mit achtmonatiger Dienstzeit verzeichneter Sergeant Johann Gottlieb Logesius gedient. Aus der ungew\u00f6hnlich kurzen Dienstzeit ist zu folgern, da\u00df dieser junge Mann zuverl\u00e4ssige charakterliche Eigenschaften besa\u00df, gut lesen, schreiben und rechnen konnte, auch anstellig war. Es darf nunmehr gefolgert werden, da\u00df dieser Sergeant sp\u00e4ter zum Kompagnie-Feldwebel aufr\u00fcckte und der Vater des Verfassers der Erinnerungen wurde, weiterhin, da\u00df eine, oft genug auch bei anderen Familien-Namen feststellbare, Silbenabschleifung stattgefunden hat&#8220;.<\/p>\n<p>So begr\u00fcndet der Herausgeber die Entwicklung des Namens &#8222;Logesius&#8220; zu &#8222;Logan-Logejus&#8220;.<\/p>\n<p>Schon Dr. Herbert Lehmann, der das westpreu\u00dfische Geschlecht Logan genealogisch bearbeitete, konnte die Daten des J.A.F. Logan-Logejus nicht einordnen und stellte fest: &#8222;In den Generalstabsakten des siebenj\u00e4hrigen Krieges kommt der Name Logan-Logejus nicht vor, dagegen stimmen alle Daten, selbst die Vornamen, mit einem v. Lojewski \u00fcberein&#8220;.\u00a0(Archiv ostdeutscher Familienforscher, Band 7, 1959-63, S. 105)<\/p>\n<p>Dass es sich nicht um eine v\u00f6llige \u00dcbereinstimmung von Jakob Anton Friedrich Logan-Logejus mit Jakob Anton von Lojewski handelt, wurde bereits festgestellt. Allerdings lassen sich aus den Beschreibungen der milit\u00e4rischen Ereignisse in den Jahren 1741-1759 durchaus die Person des Offiziers von Lojewski herauslesen, trotz aller Erg\u00e4nzungen durch ber\u00fchmt gewordene\u00a0Mitglieder des Husarenregiments Nr. 4.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend \u00a0in der 1843er Version die Verschleierung des Autoren betrieben wurde, soll anscheinend in der 1934er Version eine reale Person hervorgehoben werden.<\/p>\n<p>Schon der Kauf des Gutes Kummerow soll beschreiben, woher die handschriftlichen Bl\u00e4tter stammen.<\/p>\n<p>Hier handelt es sich um einen tats\u00e4chlich stattgefundenen Kauf: Cummerow im Kreis L\u00fcbben befand sich bis 1803 in der Hand der Familie von Dr\u00f6ssel, auch von der Dr\u00f6ssel, Dressel, Dr\u00f6sseler (Kneschke, Band 2, S. 582). Ob jedoch auch die Tagebuchbl\u00e4tter hier ihren Besitzer wechselten, sei dahin gestellt.<\/p>\n<p>K\u00e4ufer war anscheinend der 1803 nobilitierte (Christian) Wilhelm von \u00a0Sch\u00fctz (1776-1847), der 1809-1811 als Landrat des Kreises Beeskow\/Storkow wirkte und w\u00e4hrend dieser Zeit auf dem Gut Kummerow lebte. Wilhelm von Sch\u00fctz, gen. Sch\u00fctz-Lacrimas, Dramatiker, Lyriker, Publizist, Herausgeber von Casanovas Memoiren; \u00fcbersetzte die Lehninschen Weissagungen usw. Er hinterlie\u00df ein enormes Schrifttum.<\/p>\n<p>Sollte er der nicht genannte Herausgeber der Tagebuchbl\u00e4tter des Jakob Anton von Lojewsky sein?<\/p>\n<p>In das romantische Schriftum von Sch\u00fctz passt durchaus der Roman von Caroline Baronin de la Motte Fouqu\u00e9, geb. von Briest: &#8222;Lodoiska und ihre Tochter&#8220;, Leipzig 1820 oder die Oper &#8222;Lodoiska&#8220; von Luigi Cherubini (1760-1842), Urauff\u00fchrung 1791 in Paris; erste Auff\u00fchrungen in Dresden 1801, in Wien 1802, in Weimar 1805, in M\u00fcnchen 1813. Dieses, nur um deutlich zu machen, dass der Name Lodoiska zu dieser Zeit durchaus in Mode war.<\/p>\n<p>Das Buch &#8222;Selbstbiographie des Husarenobersten von &#8230;&#8230;ky&#8220; geh\u00f6rt zu den drei anonymen Schriften \u00fcber Friedrich den Gro\u00dfen und sein Heer, deren Verfasser der Milit\u00e4rhistoriker Curt Jany (1867-1945) mit au\u00dferordentlich gl\u00fccklicher Methodik ermittelt hat. Diese sind in Forschungen zur Brandenburgischen und Preu\u00dfischen Geschichte (1925), 37. Band &#8211; 2. H\u00e4lfte, Seite 300 &#8211; 308 beschrieben.<\/p>\n<p>Zur &#8222;Selbstbiographie des Husarenobersten von &#8230;&#8230;ky&#8220; schreibt Jany folgendes:<\/p>\n<p>&#8222;Das Buch gibt merkw\u00fcrdige R\u00e4tsel auf, und die scheinbare Unm\u00f6glichkeit, seinen Verfasser zu bestimmen, hat ein erkl\u00e4rliches Mi\u00dftrauen gegen den Inhalt, wohl gar die Ansicht hervorgerufen, es handle sich um eine Mystifikation, wie wir eine solche weiterhin kennen lernen werden. Dem ist nicht so, und es ist zu bedauern, da\u00df diese wertvolle Geschichtsquelle aus dem beregten Grunde nur wenig Beachtung gefunden hat. Da\u00df freilich die Schrift nicht in ihrer urspr\u00fcnglichen Form vorliegt, sondern eine moderne \u00dcberarbeitung erfahren hat, verr\u00e4t sofort die literarischgegl\u00e4ttete, mitunter allzu schwunghafte Sprache. Das ist nicht das holprige Deutsch eines Husarenoffiziers des Alten Fritz.<\/p>\n<p>Nach den eigenen Angaben des Buches ist &#8230;&#8230;ky, nachdem er von 1737 ab in Jena Theologie studiert hatte, im Jahre 1741 als Unteroffizier in das damals errichtete Natzmersche Regiment Ulanen eingetreten, das 1743 zueinem Husaren-Regiment (Nr. 4 der alten Stammlisten) umgewandelt wurde, hat, bald zum Offizier bef\u00f6rdert, bei diesem die drei Schlesischen Kriege mitgemacht, bis er nach der Schlacht von Kunersdorf infolge eines ungl\u00fccklichen Sturzes mit dem Pferde invalide wurde und abgehen mu\u00dfte. Dabei soll er &#8211; etwas merkw\u00fcrdig &#8211; nicht nur den Rang als Oberst, sondern auch den Orden pour le m\u00e9rite erhalten haben. Im Jahre 1784 habe er sein Lebensgem\u00e4lde beschrieben und sei 1796 gestorben.<\/p>\n<p>Die Zahl der Offiziere des wei\u00dfen Husarenregiments, deren Name auf \u00a0ky endigte, ist gro\u00df, aber darunter sind nat\u00fcrlich nur wenige, die 20 oder mehr Jahre diesem Regiment angeh\u00f6rt und alle drei Schlesischen Kriege bei ihm mitgemacht haben. Eine Nachpr\u00fcfung ihrer Personalien auf Grund der Akten, besonders der Geheimen Kriegskanzlei, ergibt, da\u00df die oben mitgeteilen Angaben auf keinen zu passen scheinen. Karl v. Podjurski, auf den man geraten hat, ist Kommandeur, 1770 Chef des Regiments geworden und 1781 in dieser Stellung als aktiver Generalmajor gestorben. Jakob Anton v. Lojewsky ist als Major und Kommandeur desselben Regiments erst 1780 abgegangen. Major Albrecht v. Husarzewski ist erst im April 1763 dimittiert worden, noch aus dem Feldzuge 1762 liegt ein ganzes Paket von ihm erstatteter Rapporte im Nachlasse des Prinzen Heinrich vor. Andreas Mieskowsky de Mirow ist als Rittmeister in einem Gefecht bei K\u00f6ben t\u00f6tlich verwundet worden. Eine Ausdehnung der Untersuchung auf die \u00fcbrigen Offiziere des Regiments, deren Namen zwar nicht die vielleicht erdichtete Endsilbe \u00a0ky zeigt, die aber 1759\/60 ausgeschieden sind, zeigte, da\u00df auch keiner von ihnen in Frage kommt. Somit scheint nur eine Erkl\u00e4rung \u00fcbrig zu bleiben: die &#8222;Selbstbiographie&#8220; kann nur ein Bruchst\u00fcck der wirklichen Dienstlaufbahn geben, sei es, da\u00df das Manuskript mit dem Jahre 1759 abbrach, oder &#8211; was ich f\u00fcr wahrscheinlich halte &#8211; da\u00df es aus literarischen oder buchh\u00e4ndlerischen Gr\u00fcnden gewaltsam gek\u00fcrzt wurde. \u00a0Die letzten Jahre des Krieges boten wenig Erz\u00e4hlenswertes. Das Regiment nahm 1760 an der Schlacht bei Torgau mit Ausnahme eines Kommandos von 200 Pferden nicht teil, es war auch 1762 nicht an der Schlacht bei Freiberg, der Rest war Kleinkrieg.\u00a0Nehmen wir einmal diese Vermutung an, so f\u00e4llt damit das Hindernis, da\u00df die vorstehend aufgef\u00fchrten Offiziere alle noch, teilweise viele Jahre lang, nach 1759 im Dienste gewesen sind.<\/p>\n<p>Podjursky aber, der 1781 verstorbene General, kann trotzdem nicht der Verfasser sein, da als Todesjahr 1796 bestimmt angegeben ist. \u00dcberdies wird er in dem Werke wiederholt namentlich genannt, z.B. (Band) I, S. 74 ff.: &#8222;Podjursky, der als Premierlieutenant unsere Eskadron kommandierte, ein geborener Pole&#8220;, dessen Charaktereigenschaften dann r\u00fchmend hervorgehoben werden.<\/p>\n<p>Husarzewsky kann es auch nicht sein, denn er hatte vor seinem 1741 erfolgten Eintritt in das Regiment Ulanen schon zwei Jahre in der polnischen Kronarmee gedient, was sich mit der Jugendgeschichte der &#8222;Selbstbiographie nicht vereinigen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Gegen Lojewsky dagegen besteht kein Einwand, sofern man nur die angebliche Verabschiedung von 1759, die den Abschlu\u00df des Buches begr\u00fcnden soll, als Erfindung des Herausgebers annehmen will. Es ist richtig, da\u00df Lojewsky den Orden pour le m\u00e9rite erhalten hat, den ihm der Herausgeber bei seiner Verabschiedung zuteil werden l\u00e4\u00dft. Er wurde ihm im Herbst 1775, als er Kommandeur des Regiments Podjursky war, verliehen. Seine Bef\u00f6rderung zum Obersten ist aus den Akten der Kriegskanzlei nicht nachzuweisen, es ist aber wohl m\u00f6glich, da\u00df ihm dieser Rang, nachdem er 39 Dienstjahre und vier Kriege durchgemacht hatte und 17 Jahre lang (seit 1763 !) Major gewesen war, nachtr\u00e4glich verliehen worden ist. Die \u00dcberspringung des Oberstlieutenantsgrades war bei solchen Gnadenerweisen nichts Ungew\u00f6hnliches. Sonach w\u00fcrde die Bef\u00f6rderung zum Obersten als auch die Ordensverleihung in dem Buche lediglich der erdichteten Verabschiedung von 1759 sogleich als &#8222;vers\u00f6hnender Abschlu\u00df&#8220; angeh\u00e4ngt, aber nicht unwahr sein, und der Titel: &#8222;Selbstbiographie des Husaren-Obersten v. Lojewsky&#8220; (die sechs Punkte passen zu dem Namen) zu Recht bestehen.<\/p>\n<p>Sollte sich aus der Matrikel der Universit\u00e4t Jena feststellen lassen, da\u00df dort in der Tat im Jahre 1737 ein stud. theol. Jacob Anton v. Lojewsky inskribiert worden ist, so k\u00f6nnte die, wie ich zugebe, oben nur auf mehr negative Gr\u00fcnde gest\u00fctzte Ausf\u00fchrung als positiv erwiesen gelten. Die haupts\u00e4chliche Begr\u00fcndung f\u00fcr die vorgeragene Annahme \u00fcber den Verfasser aber liegt in dem Inhalt des Werkes. Da\u00df sich bei einer erst nach Jahrzehnten eines bewegten Soldatenlebens niedergeschriebenen Selbstbiographie kleinere Irrt\u00fcmer, z. B. in der Zeitfolge, in Orts- und Personennamen vorfinden, ist begreiflich, und solche haben sich denn auch besonders in die teilweise sehr zusammengedr\u00e4ngte Schilderung der fr\u00fchesten Zeit &#8211; der Feldzug von 1742 wird fast ganz \u00fcbergangen &#8211; eingeschlichen. An die Schilderung des ersten mi\u00dfgl\u00fcckten Gefechts der Lanzenreiter bei Olbendorf (7. Juni 1741) schlie\u00dft sich sogleich die Umwandlung der Ulanen in ein Husaren-Regiment, sie erfolgte aber erst 1743. Hierbei will der Verfasser Lieutenant geworden sein, aber die Ernennung des Fahnjunkers Lojewsky zum Kornet wurde erst duch Kabinetsorder vom 6. Oktober 1744 ausgesprochen.<\/p>\n<p>Im ganzen jedoch erweisen sich seine Angaben \u00fcber die Offiziere des Regiments, mit denen er zusammen gedient hat, z. B. Seydlitz, als zutreffend, seine Schilderungen der Kriegsereignisse auch da, wo sie sich nicht ausdr\u00fccklich anderweit bst\u00e4tigen lassen, als innerlich glaubw\u00fcrdig und wahrscheinlich, so da\u00df kein Zweifel an der Echtheit der urspr\u00fcglichen Niederschrift bestehen kann. Einzelne Verunstaltungen sind sicherlich auf den Herausgeber zur\u00fcckzuf\u00fchren, z. B. der angebliche Einzug des Ulanen-Regiments in Berlin 1741, wo es niemals war. Statt &#8222;Berlin&#8220; stand in der Urschrift wahrscheinlich &#8222;Breslau&#8220;. Das Breslauische Tagebuch von Steinberger beschreibt das Einreiten der fremdartigen Reiterschar ausf\u00fchrlich. Als besonders interessant sind hervorzuheben die Beschreibungen des R\u00fcckzuges aus B\u00f6hmen 1744, der Schlachten bei Hohenfriedberg, Prag, Leuthen, Hochkirch, Kay und Kunersdorf.&#8220;<\/p>\n<p>Curt Jany \u00e4u\u00dfert sich gleich nach dem Erscheinen des Buches &#8222;Jakob Anton Friedrich Logan-Logejus: Und setzet Ihr nicht das Leben ein &#8211; Meine Erlebnisse als Reiteroffizier unter dem Gro\u00dfen K\u00f6nig in den Jahren 1741-1759. Gek\u00fcrzte Ausgabe. Verlag Wilh. Gottl. \u00a0Korn, Breslau 1934, \u00a0kritisch in Forschungen zur Brandenburgischen und Preu\u00dfischen Geschichte (1934), 46. Band &#8211; 2. H\u00e4lfte, Seite 412-413:<\/p>\n<p>&#8222;Moderne, zum Teil willk\u00fcrliche \u00dcberarbeitung der 1843 in Leipzig erschienenen &#8222;Selbstbiographie des Husarenobersten von &#8230;&#8230;ky.&#8220; Im 37. Bande der Forschungen habe ich wahrscheinlich zu machen gesucht, da\u00df dieser Halbroman auf einer echten Grundlage beruht, und da\u00df der Major Jakob Anton v. Lojewsky der Verfasser des urspr\u00fcnglichen, nicht mehr vorhandenen in verst\u00fcmmelter Form wiedergegebenen Manuskripts sein d\u00fcrfte. Den dort beigebrachten Indizien hat sich noch folgender Umstand hinzuf\u00fcgen lassen. Nach der &#8222;Selbstbiographie&#8220; ist der Vater des Verfassers Feldwebel in dem gro\u00dfen Grenadierregiment K\u00f6nig Wilhelms I. gewesen und hat bei ihm die Belagerung von Stralsund 1715 mitgemacht. In der Kabinettsregistratur Friedrich Wilhelm I. (Geh. Staatsarchiv Rep. 96) fand sich in einer Rangierrolle der Kompagnie des Oberstleutnants v. Rinsch, des damaligen kronprinzlichen Regiments, vom 31. Juli 1708 in der Tat ein Sergeant Johann Gottlieb Logesius mit nur 8 Monaten Dienstzeit, also vermutlich ein junger Mann besserer Herkunft, der federgewandt war. Der Name Logesius kann sehr wohl eine Latinisierung von Lojewsky sein.&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr die ab 1934 erschienen B\u00fccher des &#8222;Logan-Logejus&#8220; scheint Curt Jany mit seiner 1925 in den &#8222;Forschungen&#8220; abgedruckten Buchbesprechung der &#8222;Selbstbiographie&#8220; eine wesentliche Grundlage geschaffen zu haben. Korrekturen, wie z. B. der Einzug des Regiments nach Berlin, statt nach Breslau wurden berichtigt \u00fcbernommen. Auch der von Jany angenommene Abbruch der &#8222;Selbstbiographie&#8220; im Jahre 1759 wird wird der Anla\u00df sein, das Buch des &#8222;Logan-Logejus&#8220; als gek\u00fcrzte Ausgabe erscheinen zu lassen.<\/p>\n<p>Der f\u00fcr Jany nicht so leicht zu ermittelnde Autor Jakob Anton v. Lojewsky wird 1934 von den Vornamen her \u00fcbernommen und der in der &#8222;Selbstbiographie&#8220; verwendete Vorname &#8222;Fritz&#8220; wird als Friedrich mit daran geh\u00e4ngt. Der Nachname v. Lojewski ist wohl zur Zeit des Nationalsozialismus von seiner polnischen Herkunft her nicht der geeignete Name gewesen &#8211; dieser wurde latinisiert und &#8222;Logan-Logejus&#8220; war das Ergebnis. Die Sache hatte aber einen Haken! Wie Curt Jany nach der Erstauflage des Logan-Logejus: &#8222;Und setzet ihr nicht das Leben ein &#8211; &#8230;&#8220; feststellte, gab es tats\u00e4chlich einen Johann Gottlieb Logesius, der als Sergeant im Grenadier-Regiment von Wilhelm I. diente, denn in der Selbstbiographie wird der Vater des von &#8230;&#8230;ky als Feldwebel in diesem Regiment genannt. In der 2. \u00fcberarbeiteten Auflage des Logan-Logejus wird \u00a0nun dieser Logesius im Vorwort mit verwendet und es wird erkl\u00e4rt, wie sich durch &#8222;Silbenabschleifung&#8220; die Entwicklung von Logesius zu Logan-Logejus vollzog. In Wirklichkeit handelt es sich hier um zwei unterschiedliche Namen, die durch einen eigenartigen Zufall verbunden wurden &#8211; dem Vater des von &#8230;&#8230;ky, der nat\u00fcrlich auch schon in preu\u00dfischen Diensten gestanden haben mu\u00df &#8211; und der Latinisierung des Namens Lojewski.<\/p>\n<p>Die Annahme von Curt Jany, Logesius sei eine Latinisierung von Lojewski teile ich nicht. Mir sind im deutschen Sprachraum Latinisierungen von polnischen Familiennamen bekannt, jedoch keine Polonisierungen lateinischer Familiennamen. Im Grunde gehe ich davon aus, da\u00df alle pers\u00f6nlichen Angaben in der &#8222;Selbstbiographie&#8220; von 1843 Produkte des Herausgebers sind &#8211; nur die milit\u00e4rischen Schilderungen sind geschichtlich verwertbar.<\/p>\n<p>Hier beziehe ich mich auf den oben erw\u00e4hnten Gneomar Ernst von Natzmer, der in seinem 1870 erschienen Buch \u00fcber George Christoph von Natzmer wesentliche Abschnitte aus den Tagebuchbl\u00e4ttern des v. Lojewski verwendet. Hier werden nur milit\u00e4rische Daten und Schilderungen verwendet, keine pers\u00f6nlichen Angaben, wie zum Teil bei anderen Offizieren des Regiments. Gneomar Ernst von Natzmer hat auch keine Schwierigkeiten einen Autoren zu ermitteln, wie Curt Jany, sondern er kann Ranglisten, Verwundetenlisten und Bef\u00f6rderungen nennen, in denen v. Lojewski vorkommt. Im Vergleich zu Curt Jany scheint Gneomar Ernst von Natzmer noch die originalen Tagebuchbl\u00e4tter zur Verf\u00fcgung gehabt zu haben.<\/p>\n<p lang=\"zxx\">Die einzige private Angabe, die Gneomar Ernst von Natzmer bez\u00fcglich des v. Lojewski nennt ist, da\u00df die Gattin des Nikolaus Gustav Friedrich Leopold von Natzmer, dem \u00e4lteste Sohn des Generalmajors und Chef des Husarenregiments Nr. 4, George Christoph von Natzmer, &#8222;eine v. Lojewski war, gewi\u00df eine Angeh\u00f6rige des gleichnamigen Offiziers vom Natzmerschen Regimente&#8220;. (S. 103). Es handelt sich um Charlotta von Lojewski (1748-1811), einer Tochter des Jakob Anton von Lojewsky.<\/p>\n<p lang=\"zxx\">Die von Beginn der Dienstzeit an enge Beziehung des von &#8230;&#8230;ky bzw. Logan-Logejus mit dem Chef des Husarenregiments hat hier seinen realen Hintergrund.<\/p>\n<p lang=\"zxx\">In einem 2019 erschienen Buch des g\u00f6ttinger Professors Marian F\u00fcssel mit dem Titel &#8222;Der Preis des Ruhms: Eine Weltgeschichte des siebenj\u00e4hrigen Krieges, schreibt er unter den Quellen 65 und 66 folgendes:<\/p>\n<p lang=\"zxx\">&#8222;Die Beliebtheit von Selbstzeugnissen als Quellen f\u00fcr Kriegsereignisse und insbesondere den Siebenj\u00e4hrigen Krieg hat leider auch dazu gef\u00fchrt, dass fiktionale Texte unter dem Deckmantel einer Edition ver\u00f6ffentlich wurden und zum Teil bis heute in der Forschungsliteratur als Reverenzen gehandelt werden&#8220;.<\/p>\n<p lang=\"zxx\">Er nennt zwei Beispiele. Das eine betrifft die 1937 und 1946 ver\u00f6ffentlichten drei fiktiven Tageb\u00fccher eines britischen Schiffarztes mit Namen John Knyveton, den es nie gegeben hat [65]. Das andere handelt von der hier besprochenen Biographie:<\/p>\n<p lang=\"zxx\">&#8222;In Breslau erschien 1934 eine Lebensbeschreibung von Jakob Anton Friedrich Logan-Logejus unter dem Titel Meine Erlebnisse als Reiteroffizier unter dem Gro\u00dfen K\u00f6nig in den Jahren 1741-1759. Auch der Autor dieses Textes hat nie existiert; es handelt sich bei diesem Werk um eine Neuausgabe eines Textes von 1843, dessen Verfasser ihn einem seinerseits konstruierten Offizier Namens Jakob Anton von Lojewsky zuschrieb [66].<\/p>\n<p lang=\"zxx\">Fazit: Nun ist auch der verdienstvolle Major Jakob Anton von Lojewsky der modernen Geschichtsschreibung zu Opfer gefallen. Er wurde zu einem Konstrukt. Der Verfasser des Werkes von 1843 ist nie genannt worden, sondern er ist von Curt Jany aus dem Text heraus &#8222;pr\u00e4pariert&#8220; worden.<\/p>\n<p lang=\"zxx\">Ein Beispiel f\u00fcr einen Rittmeister von Lojewski, der nie existiert hat, ist der Roman &#8222;Levins M\u00fchle&#8220;. Dieser wird im Text mehrfach erw\u00e4hnt. Die Handlung spielt um 1874 im Kreis Strasburg in Westpreu\u00dfen. Hauptort des Geschehens ist Neum\u00fchl, ein Dorf an einem Nebenflu\u00df der Drewenz, 5 km nord\u00f6stlich von Gollub. Es ist zu bemerken, da\u00df sich die Erz\u00e4hlung genau an die \u00f6rtlichen Gegebenheiten h\u00e4lt.<\/p>\n<p lang=\"zxx\">Weiter ist auf die unmittelbare Nachbarschaft zu den F\u00f6rstereien hinzuweisen, in denen Aloys von Lojewski von 1836 bis 1872 seinen Dienst aus\u00fcbte [dieser war allerdings kein Rittmeister]. (Bobrowski, S. 172 f, 216 f, 290 f)<\/p>\n<p lang=\"zxx\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Selbstbiographie des Husarenobersten von &#8230;&#8230;ky oder: meine militairische Laufbahn im Dienste Friedrich des Einzigen&#8220;. Aus dessen hinterlassenen Papieren herausgegeben. Leipzig 1843, 2 B\u00e4nde. Diese Quelle, nennen der Milit\u00e4rhistoriker Curt Jany in &#8222;Geschichte der Preu\u00dfischen Armee&#8220;, 2. 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